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Bericht der Kötztinger Zeitung vom 11.08.2001



Oberpfalzbahn rollt gut an


Moderne Nahverkehrszüge und einheitliche Tarife sorgen für steigende Fahrgastzahlen

Kötzting. (hi) Gelungener Start der Oberpfalzbahn: Steigende Fahrgastzahlen verzeichnen die ÖPNV-Verantwortlichen im Landkreis, seit die gelb-grünen Shuttles durch die Region gondeln. Grund dafür sind auch die neuen und einheitlichen Tarifangebote der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham (VLC), in der sich alle Bus- und Bahnunternehmen zusammengeschlossen haben.

Seit 10. Juni rollen die modernen Nahverkehrszüge auf den Strecken des Landkreises und bis nach Schwandorf. Mit Unterstützung des Freistaates hatte die Regentalbahn Bahnbetriebs GmbH elf neue Niederflurfahrzeuge angeschafft; Ziel dieser millionenschweren Investition war es, in Verbindung mit ausgeklügelten Bahn-Bus-Verknüpfungen und geänderten Tarifen mehr Fahrgäste auf die Schiene zu locken. Die erhoffte "Renaissance der Schiene" ist zwar noch nicht eingetreten, die ersten Erfahrungen mit dem neuen Bahn-Angebot sind allerdings durchwegs positiv. Weitgehend zufrieden sind daher die Verantwortlichen der Regentalbahn. "Uns liegen zwar noch keine genauen Fahrgastzahlen vor, nach Auskunft unserer Zugführer fahren aber seit Inbetriebnahme der Oberpfalzbahn deutlich mehr Leute mit dem Zug", sagt Betriebsleiter Lutz Kühn.

Erste Reaktionen

"Wir sind positiv überrascht und haben bisher meistens erfreuliche Reaktionen auf das neue Nahverkehrs-Konzept erhalten", fügt Josef Brandl, Sachgebietsleiter ÖPNV am Landratsamt Cham, an. Vor allem durch die Einbindung von Bahn und Bus in die Verkehrsgemeinschaft Landkreis Cham (VLC) erhofft sich der Landkreis steigende Fahrgastzahlen. Auch machen die neuen Tarife die Schiene wieder attraktiv. "Durch die einheitlichen VLC-Tarife kommen auch die Bahnfahrer zu Vergünstigungen. So sind für die Hin- und Rückfahrt von Lam nach Cham, die bisher rund 30 Mark gekostet hat, jetzt nur noch 13 Mark zu zahlen. Die Familientageskarte kostet nur noch 21,50 Mark. Ein weiterer Vorteil ist, das die Fahrgäste mit einer Karte Bus und Bahn benutzen können", nennt der Sachgebietsleiter Beispiele.Deutlich verbessert worden sind auch die Fahrzeiten. Noch Anfang des Jahres hatten die Bürgermeister des Altlandkreises Kötzting heftig gegen die Fahrpläne der Bahn AG protestiert: Die Strecke Lam-Kötzting-Cham wäre den damaligen Plänen zufolge deutlich schlechter an das überregionale Schienennetz angebunden worden. Von einer "Abkoppelung" der Tourismusregion Kötztinger Land/Lamer Winkel war die Rede. "Inzwischen sind die Zugzeiten abgestimmt. Einige Verbindungen liegen uns aber immer noch schwer im Magen, da besteht Änderungsbedarf", sagt Josef Brandl.Die "Marke Oberpfalzbahn" soll auch an den Haltestellen deutlich werden. Die Regentalbahn hat auf ihrer eigenen Strecke Lam-Kötzting bereits für zahlreiche Verbesserungen und Verschönerungen gesorgt. Mehrere Bahnsteige wurden komplett neu gestaltet, Glas-Wartehäuschen und Tafeln installiert. Die Bahn AG jedoch hat ihrer Ankündigung, das Outfit der Bahnhöfe in der Region einheitlich zu gestalten, bisher noch keine Taten folgen lassen. Was sich, so ist von der Pressestelle zu erfahren, allerdings bald ändern wird. "Auf allen Strecken der Oberpfalzbahn haben wir die Beschildung komplett erneuert. Am Bahnhof Bodenwöhr Nord wurden erste Verschönerungsmaßnahmen durchgeführt, im Herbst beginnen wir mit dem Aufstellen der Wartehäuschen an den anderen Bahnhöfen und Haltestellen", verspricht Bianca Walter, Sprecherin der Deutschen Bahn AG in Bayern.

Ungelöste Probleme

Ein Problem ist seit Jahren ungelöst. Fahrgäste, die von Cham in Richtung Lam und umgekehrt fahren, müssen nach wie vor in Kötzting umsteigen. Grund dafür sind die fehlenden technischen Einrichtungen, die ein Kreuzen der Züge ermöglichen. Der Kötztinger Bahnhof ist sowohl für die Züge aus Cham als auch aus Lam Endpunkt. Bereits im Januar 1996 hatte die Bahn AG verlauten lassen, dass "dieses Problem nur vorübergehend" und durch den Einsatz moderner Zugleittechnik - Signale und Zugelektronik - "spätestens bis 1998" behoben sei. Passiert ist bis heute nichts. Auch in diesem Punkt gibt sich die Bahn-Sprecherin diplomatisch: "Die Systeme der Bahn und der Regentalbahn sind nicht kompatibel. Derzeit ist es nicht möglich, dass der Zug durchfährt. Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen", so Bianca Walter. Bleibt zu hoffen, dass nicht wieder drei Jahre vergehen.









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